Tag 23: Eeeecho und Mittelmeer
Meile 310.0 – 333.8
Als wir morgens um halb sechs an unserem Privatstrand vom Summen des Weckers geweckt wurden, wurde nonverbal brummend bis stöhnend beschlossen noch zehn Minuten zu dösen. Nach einem „Frühstück im Bett“ gingen wir gegen sieben Uhr los. Der PCT verlief nun auf der anderen Seite des Tales, also überquerten wir überquerten die Brücke neben der wir genächtigt hatten. Die Strecke wird anscheinend, trotz sehr vieler Verbotsschilder, gerne von Motocross-Fahrern genutzt, ich kann es ihnen nicht verdenken. Auf dem Weg aus dem Tal konnten wir überall Grafitti bewundern, wobei es sich meist nur um Tags handelte. Ein Schild wies uns darauf hin, dass wir doch bitte Menschen aus unserer Community bei der zuständigen nationalen Stelle für Vandalismus verpfeifen sollen – bis 1000$ Belohnung und Anonymität garantiert.
Dem Ausgang des Tals schloss sich eine kleine Staumauer an, der dahinter liegende See war allerdings praktisch inexistent. Wir ließen uns im Überlauf nieder. Das Echo war abgefahren. Ich habe ehrlich gesagt noch nie so ein beeindruckendes Echo erlebt, es kam bestimmt zwölf Mal zurück. Da wir in dem Überlauf ausnahmsweise Internetempfang hatten kümmerten wir uns um unser Smartphone-Problem. An dieser Stelle wollen wir uns bei Heike und Jim für die schnelle Hilfe bedanken!
Wenig später kamen wir an eine Flussquerung. Im Gegensatz zu allen vorigen lagen hier keine Steine oder Bäume im Fluss, sodass wir nasse Füße bekamen. Anschließend haben wir ein unbenutztes Dixieklo eingeweiht. Das Toilettenpapier war noch eingeschweißt.
Dann liefen wir ein breites, für uns schattenloses Tal entlang und bewunderten die Kante auf der anderen Seite. Dort erstreckte sich eine ebene Fläche. Sehr merkwürdig. Die Kante heißt Oak Hills.
Beim Mittagessen an einem Wasserlauf im Schatten kam uns ein Amerikaner mit seinen beiden Söhnen besuchen (5,7L V8 Dodge Pickup). Er erkundigte sich wie die Wassersituation in den letzten Tagen gewesen sei, da er die Strecke zusammen mit seinen Söhnen wandern wolle (hier beginnen jetzt die Sommerferien). Da er uns mit kalter Cola bestach gaben wir sehr gerne Auskunft und gaben sogar noch unsere Mt San Jacinto Schnee Geschichte zum Besten, die sehr beeindruckte, da er letzten Sommer mit seinem Sohn einen schneefreien Gipfel erlebt hatte.
Im Laufe des Nachmittags verwechselte ich einen anderen Wanderer mit Paul und wir verloren uns ein bisschen aus den Augen, was für Paul, der ohne Smartphone hinter mir zurück blieb nicht so lustig war. Wir fanden uns aber wieder und alles löste sich auf.
Nun liefen wir am Ufer eines großen Stausees entlang. Die Gegend sah aus wie von der Mittelmeerküste geklaut. Auf dem See fuhren Jetskis und andere Motorboote und das Wasser war tiefblau.
Als wir einige Meilen später in einem Picknickbereich mit Feuerstelle, 15 überdachten Tischen, Wasserhahn und Steckdose Abendessen machten, gesellten sich vier andere Hiker zu uns, die Pizza bestellen wollten.
Wir beschlossen bei Kartoffelbrei, Ramennudeln und Thunfisch zu bleiben, weil wir noch so viel Essen mitschleppten. Nach zehn Minuten, die Anderen gaben gerade ihre Bestellung auf, kam ein Ranger (junge Blondine) und schickte uns fort, weil der Platz gemietet worden sei und die Gäste in zwei Minuten da wären. Alle Amerikaner packten ihre Sachen und verschwanden. Wir dachten wir fragen mal den Mieter, ob wir nicht zu Ende essen können. Dieser kam auch sogleich in einem neuen Willis Jeep vorgefahren und hatte natürlich kein Problem damit. Weitere Pickups folgten. Es handelte sich wohl um mehrere Familien, die dort einige Tage zum Ferienanfang verbringen wollten. Total coole Stelle für Kinder, mit den Bergen und dem See…
Nach dem Essen sind wir noch ein paar Meilen bergauf gegangen, weil wir heute Morgen durch die Pause sehr langsam waren. Nach einer Weile sind immer wieder große Passagierflugzeuge über uns hinweg geflogen. Sie waren so nah das sie sehr groß wirkten und aussahen, als würden sie am Himmel stehen. Keine Ahnung, ob das eine optische Täuschung war.
Der krönende Tagesabschluss war, das Bob auf dem Zeltplatz, der auf Guthooks als ausreichend für ein Einmannzelt beschrieben wurde, Platz fand. Es war knapp, aber wir sind inzwischen ziemlich gut im Zelt aufbauen.
Für morgen haben wir uns vorgenommen schneller aufzubrechen, weil die 1,5 Stunden jeden Morgen definitiv zu viel sind. Deshalb haben wir schon abends die Tortillas geschmiert und werden sie beim Wandern essen. Wir hoffen das bringt etwas.











