Road Trip

San Francisco – Seattle

Heute morgen hat uns Heike zum Flughafen gefahren, wo wir unseren Mietwagen abholten. Wir konnten uns einen SUV aussuchen und entschieden uns für einen blauen Hyundai, da er am geräumigsten war. Dann fuhren wir zurück und luden unser Zeug ein. Das dauerte länger als wir dachten, weil wir die Vorderräder der Fahrräder ausbauen mussten und nichts vergessen wollten.

Dann fuhren wir los. Wir fuhren durch San Francisco und über die Golden Gate Bridge,  bogen auf den Küsten Highway, Hwy 1, ab und fuhren nach Norden. Der Blick auf das Meer war wunderbar und wir genossen ihn. Die Straße wand sich entlang der Küstenlinie und überraschte uns immer wieder mit unterschiedlichen Blicken. Am späten Nachmittag tauchten sehr plötzlich Nadelbäume auf, der Highway entfernte sich von der Küste und wir fuhren durch den Wald. Wenig später aß ein Elch ein paar Blätter von einem Baum am Straßenrand. Ich habe mich sehr erschreckt, er war nämlich ziemlich groß. Die Nacht verbrachten wir auf einem sehr teuren Campingplatz in einem Nationalpark, aber ich konnte echt nicht mehr fahren und Paul darf nicht, weil er noch keine 21 Jahre alt ist.

Am zweiten Tag unseres Roadtrips fuhren wir über die Avenue of the Giants. Eine sehr schöne Straße, die durch einen Redwoodwald führt. Dann bogen wir auf die Interstate ab, weil wir auf dem Küstenhighway zu langsam voran kamen. Ein Highway ist wie eine deutsche Land- oder Bundesstraße, eine Interstate wie eine Autobahn mit Geschwindigkeitsbegrenzungen zwischen 80 und 110 km/h. Als wir auf einem Schild PCT lasen fuhren wir ab und beglückten vier PCTler mit Croissants, Nektarinen und Äpfeln. Jetzt kennen wir Trailmagic auch von der anderen Seite.

Beeindruckend waren an diesem Tag die Blicke auf Mt. Shasta. Stellt euch einen Berg vor, ihr habt vermutlich Mt Shasta vor eurem inneren Auge. Er ist riesig, dreieckig, unten bewaldet und oben weiß – googelt mal, lohnt sich.
Nord Kalifornien ist sehr schön und bewaldet. Wir waren allerdings froh mit dem Auto und nicht zu Fuß unterwegs zu sein.

Abends steuerten wir eine „Rest Area“ an. Dort haben wir biwakiert, bis gegen 2 Uhr die Rasensprenger angegangen sind. Das war nicht so cool. Ich bin noch schnell genug gerannt, aber Paul wurde ziemlich nass. Er hat dann im Auto geschlafen und ich habe mich unter einen Picknicktisch in einen beleuchteten Pavilion gelegt. Mir war jedoch nicht viel Ruhe vergönnt. Nach einiger Zeit sprach mich ein Mann an. Ich wachte auf und schlug mit dem Kopf von unten gegen den Tisch. Dann „spendete“ er die Reste seines McDonald’s-Abendessens. Er dachte wohl ich wäre ein Obdachloser. Die Burger und Pommes waren leider schon kalt und morgens hatten wir auch nicht so viel Lust darauf. Im Nachhinein finde ich die Geschichte ziemlich lustig, ich lief aber noch drei Tage mit einer dicken Beule am Kopf herum.

Unser letzter Roadtrip-Tag war nochmal sehr schön. Wir fuhren durch Oregon und Washington nach Seattle. In Oregon bewunderten wir die Landschaft. Wir fuhren durch ein breites Tal und in ein heftiges Gewitter. Leider haben wir die Abzweigung zu Crater Lake verpasst, sonst hätten wir ihm eventuell noch einen Besuch abstatten können.

Mittags haben wir in Portland Pause gemacht. Dort war großer Fahrradsonntag. Es waren wohl mehrere zehntausend Menschen auf Fahrrädern unterwegs, aber unsere Fahrräder waren leider gut verpackt. Also probierten wir Elektroroller aus, wir waren nicht sehr begeistert.

In Seattle hatten wir ein Airbnb, was interessanterweise kein Schloss hatte. Ich habe das Auto zum Flughafen gebracht und wir haben Spaghetti mit Tomatensauce gekocht. Dann gab es Morgens einen Stromausfall und die Feuerwehr kam um jemanden aus dem Fahrstuhl zu befreien. Ich habe ihnen die Haustür aufgemacht, als der Feuerwehrmann gerade die Brechstange angesetzt hat. (Merke: Wenn kein Strom da ist kann man auch nicht klingeln.)

Am nächsten Tag haben wir Seattle mit dem Rad erkundet. Es ist wirklich eine sehr schöne Stadt. Wir waren vor zehn Jahren schonmal hier und haben ein paar alte Bilder nachgestellt. Waren an der Space-Needle und haben unsere Hinterräder ins Meer getaucht.

Abends sind wir bei Carl untergekommen, einem Freund von Axel. Super cooler Typ, bei dem wir uns sehr zu Hause gefühlt haben. Danke Carl! Er hat uns sein Viertel gezeigt und wir sind auf einen alten Wasserturm gestiegen und haben den Ausblick genossen. Dann haben wir den Abend mit chinesischem Essen im Garten ausklingen lassen.

Und hier kommen noch die nachgestellten Bilder. Ich finde wir haben uns doch ein bisschen verändert 🙂

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3 Kommentare

  1. wow, was für abwechslungsreiche Tage und wie schnelllebig euer Trip durch den Wechsel auf zwei- und vierrädrig plötzlich geworden ist. Die früher/heute-Fotos sind Weltklasse!! Habt weiter eine gute Zeit mit vielen unvergesslichen Eindrücken und Erlebnissen (müssen ja nicht immer welche mit Beule sein 😉 )

  2. Danke für einen weiteren tollen Bericht! Ihr macht uns immer Lust zum Reisen. Ich finde es lustig, dass Eure Kleidung immer Eure Transportart reflektiert, auch wenn Ihr vielleicht gerade nur ganz normale Touristensachen macht. Und bei all den tollen Erlebnissen an der Westküste wird es hoffentlich nicht wieder zehn Jahre bis zum nächsten Besuch dauern! 🙂

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