Ems & Lippe Radweg
HAMBURG-DÜSSELDORF:
Tag 6-9
In Emden bin ich abgebogen auf die Ems um auf dem Ems-Radweg bis nach Münster zu fahren. Parallel zur Ems verläuft der Ems-Dortmund-Kanal, dem der Ems-Radweg teilweise auch folgt.
Ab heute konnte ich die Regensachen weg packen und der Wind war mir wohl gesonnen. 350km Rückenwind mit Sonne oder bewölkt lagen vor mir und ich freute mich drauf!

Die Jugendherbergen auf der Radtour waren erstaunlicherweise sehr unterschiedlich mit Corona umgegangen. In meiner ersten Nacht in Otterndorf konnte man sich noch selbst vom Buffet bedienen und hatte nur einen zugewiesenen Tisch und Maskenpflicht in gesamten Haus. Es fühlte sich ziemlich normal an und bis auf ein paar Desinfektionsspender auf den Gängen hätte man nichts gemerkt.
In Bremerhaven und später in Münster war das Buffet dann hinter Glasscheiben und die Mitarbeiter haben einem ein Tablett zusammengestellt, das einem am Ende der Theke gegeben wurde. Damit hat man keine Übertragungsmöglichkeit mehr zu den anderen Gästen gehabt, es hat sich aber eher nach einer Kantine angefühlt 🙂
Während meiner Essenszeit in Bremerhaven war ich der einzige speisende Gast, weshalb ich zwei Mitarbeiter ganz für mich alleine hatte. Sie standen an der Tür und warteten nur darauf, dass ich meine Hand hob, um mir meinen Kakao aufzufüllen. – Ein sehr lustiges Gefühl, bei einer so günstigen Übernachtung zwei Butler gratis zu erhalten 😀
In Emden hingegen war man einen ganz anderen Ansatz gefahren. Auf die Präsenz des Herbergsvaters und jeglichem Personal wurde verzichtet. Per Code konnte man man sich an der Pforte seinen Schlüssel aus einem Safe nehmen und anschließend auf sein Zimmer gehen. Das Frühstück war dem Hygienekonzept zum Opfer gefallen und so gar keinen Ansprechpartner abgesehen der Handynummer des Herbergsvaters zu haben ist komisch. Immerhin waren die anderen Gäste nett und man tauschte sich bei einem Plausch auf dem Hof aus.
Aber zurück zur Tour.

Der Dienstag Morgen begrüßte mich mit traumhaft schönem Nebel über der Ems. Ich ließ es mir nicht nehmen meine Drohne, die ich bisher mitgeschleppt aber auf Grund des Wetters nicht benutzt hatte, in die Luft zu schicken und ein paar Bilder zu machen bevor meine Hände auf Grund der Kälte einfroren.

Auf meiner Tour entlang der Ems, des Ems-Dortmund-Kanals und der Lippe begleitete mich fortan Jule, eine Freundin, die in Papenburg für die zweite Radwoche dazu stieß.
Es ist eine ganz andere Art zu reisen, wenn man alleine oder zusammen unterwegs ist. Zum einen fährt man ganz anders und macht logischer Weise zusammen mehr Pausen. – Mal ist der eine schlapp, dann will der andere etwas trinken. Man ist nicht mehr so spontan unterwegs, dafür hat man aber eine Person mit der man das erlebte teilen kann, jemanden zum Austauschen und zum Unterhalten.
Obgleich mir die erste Woche alleine gut getan hatte um abzuschalten, die freie Zeit zu genießen und ungebunden zu sein, war es genau der richtige Zeitpunkt dass Jule dazu gestoßen ist. Die Tage fingen an miteinander zu verschwimmen und so tat frischer Wind in den Segeln gut.
Der Radweg entlang er Ems, Deutschlands kürzestem Strom, ist größtenteils gut ausgeschildert, nimmt manchmal aber Umwege die wir nicht verstanden. Er führt des öfteren über geschotterte Wege und teils über reine Feldwege, wenn zugleich ein paar Meter weiter eine gering befahrene Landstraße mit super ausgebautem Fahrradweg liegt.
Jedoch ist der Radweg dadurch schön in der Natur gelegen und wenn man sich die Zeit nimmt und einfach Natur genießen möchte ohne Ambitionen schnell und weit zu fahren ist er auf jeden Fall eine Überlegung wert.
Wenn uns der Ems-Radweg zu verspielt wurde wichen wir auf den Ems-Dortmund-Kanal aus, entlang dessen ein gut bis sehr gut ausgebauter Radweg verläuft, der, wie es sich vermuten lässt, sehr gerade und flach ist.
Donnerstag Abend kamen wir in Münster an und verließen damit die Ems, um für den letzten Tag auf die Lippe in Richtung Xanten zu wechseln. Wir strampelten uns knappe 130 km entlang des wirklich empfehlenswerten und super ausgeschilderten Lippe Radweges bis Jule sich bei Xanten von mir verabschiedete und ich die letzte Etappe in Richtung Düsseldorf in Angriff nahm.
Zum Lippe-Radweg ist einzig zu sagen: Es gibt keine Bänke. Wir suchten teilweise über 10 km lang nach einer Parkbank um eine Pause einzulegen.
Die kurze Fahrt am Rhein war wunderschön, denn trotz oder gerade wegen der Kälte lag den ganzen Vormittag Nebel im Tal und bildete so einen gelungenen Abschluss zu meinen 9 Tagen und 750 km Rad fahren von Hamburg nach Düsseldorf.
Bleibt gesund! Euer Paul

























Es war sehr schön! Danke, dass ich mitkommen durfte 🙂
Immer wieder gerne 🙂
Deine anschauliche Beschreibung und tollen Bilder sind sehr inspirierend! Vielen Dank, dass Du uns an Deinen Abenteuern teilhaben laesst.
Schön, dass es euch freut mit zu lesen!