Tag 46: Die Sierra am Horizont

Meile 670.1 – 687.2

Der Tag fing gut an. Unser Essen war noch da und wir am Leben. Wir hatten in der Nacht Schritten eines großen Tieres nahe unseres Zeltes gelauscht.

Wir brachen auf und verabredeten uns zum Frühstück. Dabei hatte ich etwas falsch verstanden, was Paul und mir zwei sorgenvolle und stressige Stunden einbrachte. Ich bin an dem verabredeten Frühstücksplatz und Paul vorbeigegangen. Daraufhin gab es etwas dicke Luft. Wir haben daraus gelernt klare Abmachungen zu treffen und ich, dass ich mich besser umschauen sollte. Wir liefen durch einen Nadelwald, der sich zur Mittagspause lichtete.

Gegen Mittag hatten wir uns wieder vertragen und machten Mittagspause an einem kleinen Bächlein. Nachdem wir unsere Bäuche und Wasserflaschen gefüllt hatten brachen wir auf und liefen den ganzen Nachmittag in einem Tal bergauf. Dabei liefen wir anfangs durch einen Nadelwald, der später einem ehemaligen Waldbrandgebiet Platz machte. Man konnte ein paar Kaninchen und Springmäuse, einige schöne Bäume und Felsformationen bewundern.

Das Highlight dieses Tages war der Zeltplatz, von welchem wir unseren ersten Blick auf die schneebedeckten Gipfel der Sierra Nevada erhaschten. Wir bewunderten den Sonnenuntergang und hingen nach dem Abendessen die Essenssäcke an einen Baum ein gutes Stück abseits. Heute Nacht haben wir unter freiem Himmel biwakiert und den Sternenhimmel bewundert.

Außer von meinem Patzer wurde der Tag auch von einer Idee überschattet. Wir hatten zwei Wanderer getroffen, die beschlossen hatten die Sierra wegen hoher Schneepegel auf später zu verschieben und von der Grenze zwischen Oregon und Washington nach Süden zu laufen. Diese Idee hat uns heute beschäftigt und wir werden auch morgen noch daran knabbern.

Egal was wir tun werden, wir sind froh wenn wir die Wüste endlich hinter uns lassen können.

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