Tag 24: Burger
Meile 333.8 – McDonald’s – 347.2
Durch unsere geänderte Frühstücksstrategie hatten wir unsere Wraps schon gestern Abend zubereitet. Daher konnten wir, als um halb sechs der Wecker läutete, sofort unsere Sachen packen, das Zelt abbauen und aufsatteln. Wir waren um Punkt sechs Uhr am Laufen und aßen unser Frühstück im Gehen. Es ging mit Blick auf die Oak Hills ein Tal entlang, das überwiegend mit Buschwerk überstreut war. Nach einer guten Stunde kamen wir an einen Felsabbruch, von dem aus man ins nächste Tal sehen konnte. Das Tal war sehr breit und bekam durch den in ihm liegenden Wolkenteppich etwas magisches.
Der Abstieg ins Tal führte uns entlang einer großen Stromtrasse und wir erreichten den Highway nach acht Meilen Wanderung gegen halb neun.
Unsere ganze Aufmerksamkeit wurde nun durch das uns gelb anlächelnde „M“ in Anspruch genommen.
Bei Meile 342 bzw. Kilometer 547 des PCT liegt an der Cajon Junction die einzige McDonalds Filiale auf dem gesamten Wanderweg. Natürlich findet man in Orten am PCT auch hin und wieder McDonalds, jedoch liegen diese nicht auf dem PCT. Der Hype um diesen Meilenstein ist dementsprechend groß. Dort angekommen trafen wir auf Frog und Ben, die bereits auf ihr Essen warteten. Zu unserem Bedauern gab es auch in dieser Filiale vormittags nur Frühstück, jedoch wurde bereits um halb 11 auf Mittagstisch mit Burgern umgestellt. Ich holte mir daher erstmal einen sehr fettigen „Frühstücksburger“ mit Bacon und Rührei. Das Frühstücksmenü besteht hauptsächlich aus Rühreivariationen, weshalb Tim leider warten musste. Zu unserer Begeisterung kostete ein Becher 1$ und man durfte ihn so oft man wollte befüllen. Somit haben uns mehr als vier Liter Cola und Co. 2$ gekostet!
Als es um halb elf dann Burger gab, nutzten wir einen Aktionspreis, nach dem zwei BigMacs, zwei QuarterPounder oder 20 Chicken Nuggets FÜNF Dollar kosteten! Ein BigMac alleine kostet bereits acht Dollar. Es wurde zugeschlagen!
Im Laufe des Vormittags kamen noch einige andere bekannte und unbekannte Hiker nach. Darunter auch Triple Check, die in der Softwareentwicklung von Webanwendungen tätig ist, jedoch morgen wieder zurück nach San Francisco fliegt, da sie nur acht Tage wandert, und ein gewisser Mag, der gestern 40 Meilen gelaufen war und damit die Bewunderung und das Entsetzen aller Anwesenden auf sich zog. Er war aber super nett.
Als wir gegen drei Uhr weiterzogen, hatte Tim zwei Burger mit zusammen 1000kcal und ich den Frühstücksburger, zehn Chicken Nuggets und vier BigMacs gegessen. Ich komme damit auf lockere 2300kcal, was ich auf unseren letzten sechs Meilen des Tages auch spürte! Der Hüftgurt durfte nicht zu fest sitzen, da sich sonst unschöne Dinge ankündigten.
Es gibt sogar eine Challenge, bei denen man bis zum nächsten Resupply ausschließlich Cheeseburger isst (vor allem für Southbounder interessant^^). Der nächste Ort am Trail ist Wrightwood und etwa 28 Meilen entfernt, somit stellt dies einen Cheeseburgerbedarf von 1.5 Tagen dar. Wir wollten uns aber nicht auf dieses Level des „Hiker Trash“ begeben und nahmen nur zwei Burger fürs Abendessen mit.
Die letzten sechs Meilen waren jedoch keineswegs langweilig. Wir unterquerten zuerst den Highway, der fünf Spuren pro Richtung hatte, und bogen danach fast falsch ab. Dann liefen wir beim queren einer Eisenbahnstrecke durch ein Rohr. In diesem Tal fahren ewig lange Güterzüge auf vier Gleisen gefühlt ununterbrochen mit doppelstöckig beladenen Containern und bis zu fünf Loks auf und ab. In der halben Stunde, die wir in unmittelbarer Nähe der Gleise liefen, fuhren vier Züge an uns vorbei. Besonders nervtötend ist das dreimalige Gehupe an jedem Bahnübergang, welches uns noch bis morgen Mittag begleiten sollte.
Kurz vor unserem Camp Spot stolperten wir regelrecht über eine Schlange, die mit ihrem Kopf tief in einem Erdloch steckte und vermutlich gerade zu Abend aß. Ein bizarrer Anblick.
Anschließend ließen wir den Abend mit Podcasts zur Europawahl, Cola und Burgern ausklingen, die noch genauso schmeckten, wie vier Stunden zuvor.




















Wow, jede Menge neuer Geschichten heute! Und wieder tolle Fotos. Die endlosen Züge kenne ich auch – hatte mal das Pech, im mittleren Westen ein Motel direkt an der Bahnlinie zu erwischen. Besonders viel geschlafen haben wir da nicht.
Ich fand es interessant, dass man die Leute aufgrund ihrer Schneegeschichten gut einschätzen kann – man gewinnt anscheinend unterwegs nicht nur Muskelmasse, sondern auch Menschenkenntnis.
Übrigens möchte ich nochmal anbieten, dass ich ein neues Handy gern bezuschusse – als Dankeschön für die vielen Geschichten sozusagen!
Liebe Grüße
Petra
Wir haben inzwischen eine gute Lösung gefunden, mehr dazu in einem der kommenden Posts, wenn mich nicht alles täuscht^^
Viele Grüße aus Hiker Heaven (Meile 455)
Tim und Paul
Tim Paul ich kann euch sehr gut verstehen
Aber so viel schaffe nicht mal ich