Tag 34: Mittagshöhle
Meile 478.2 – 492.9
Gestern Abend hatten wir uns für ein Schuttle zurück zum Trail gemeldet, das um sechs Uhr abfahren sollte. Ab fünf hatte Kerry Pencakes versprochen. Als wir jedoch gegen halb sechs mit gepackten Sachen nach vorne kamen, schlief sie noch und Pencakes schienen in weiter Ferne. Gegen zehn vor sechs kam Kerry verschlafen aus dem Haus und begann anschließend Pencakes zuzubereiten. Mittlerweile war auch das Shuttle vorgefahren und der Fahrer wurde auf halb sieben vertröstet.
Das Warten war es jedoch absolut wert! Die Pencakes waren die bisher besten auf dem Trail. Sie füllten sehr, so dass man normalerweise nach zwei bis drei Stück satt gewesen wäre. Ich aß acht Stück mit jeweils einem dicken Klacks Butter und viel Sirup oder Marmelade.
Am Trailhead angekommen ging es dir nächsten Meilen bergauf. Wir schnauften uns dem Berg hinauf und wollten gegen elf Uhr Mittagspause einlegen. Es war mittlerweile drückend heiß geworden und auf dem schattenlosen Weg fast nicht mehr auszuhalten. Und wenn man doch mal ein wenig Schatten an einem Busch fand, kam sofort eine Schar an Fliegen an, die nervtötend um einen schwirrten.
Die Rettung war ein Eintrag in Guthooks, unserer Karten-App, eine Meile vor uns. Es war von einer „small cave“ (kleinen Höhle) die Rede und wir waren gespannt. Wenig später dann kamen wir an einem kleinen Loch, das seitlich des Pfades einen schwarzen Fleck in den Fels zeichnete. Es war gerade groß genug, um liegend durch zu robben. Ich ging auf vorsichtige Erkundungstour, während Tim draußen wartete. Ich schaltete wegen der Dunkelheit mein Handylicht ein, sah aber trotzdem nur schwarz. Immerhin konnte ich erkennen, dass sich die Decke wohl ein wenig anzuheben begann. Als ich durch das eingestiegen war, staunte ich nicht schlecht. Ein in den Fels getriebener Schachtzog verlor sich im dunklen des Berges. Er war hoch genug, um darin entspannt stehen zu können und ich holte Tim hinterher.
Nach weiterer Erkundung war klar, dass der Gang ungefähr zwanzig Meter in den Berg ragte und kurz vor seinem Ende noch einen fünf Meter langen Seitengang hatte.
Wir machten es uns in der angenehmen Kühle gemütlich und aßen zu Mittag. Es roch nach frischer Erde und war vollkommen frei von Kriechtieren.
Nach einer halben Stunde kam Martin, kurz darauf Leon und später auch Esra. Die Bude füllte sich mit uns bereits bekannten und unbekannten Gesichtern. Zur Mittagszeit waren etwa 13 Hiker im Schacht, genossen den Schatten und dösten vor sich hin.
Wir machten uns gegen halb fünf wieder auf den Weg und waren damit die Ersten und bis auf zwei Mädels die Letzen, die heute an diesem Ort verweilten.
Wir kamen durch immer mehr bewaldetes Gebiet und aßen mit Ausblick über eine weite Ebene zu Abend. Gegen zehn Uhr erreichten wir unseren Campspot und warfen unsere Planen zum Cowboycamping aus.











Ich erwarte Eure neuen Blogposts immer mit Spannung, jedesmal berichtet Ihr ueber neue ungewoehnliche Erlebnisse und Begegnungen! Ich haette nie gedacht, dass ein solch lange Wanderung so interessant sein wuerde. Vielen Dank, dass Ihr uns daran teilhaben lasst! Wenn ich es richtig sehe, wuerdet Ihr ab jetzt weniger mit Hitze als mit Schnee zu tun haben. Ich bin gespannt, in welcher Reihenfolge Ihr die Gesamtstrecke zuruecklegen werdet. Jedenfalls weiterhin alles Gute!
Hey Heike,
das ist richtig. Wir sind gestern in Kennedy Meadows angekommen und haben damit nun die Wüste hinter uns gelassen 🙂 wir können es kaum erwarten aus der Hitze zu kommen und Wasser im Überfluss zur Verfügung zu haben.
Der Schnee soll ab Soqualmie (locker falsch geschrieben…) Pass anfangen.
Deshalb werden wir jetzt erstmal bis dorthin wandern und hoffen, dass der Schnee schmilzt bis wir da sind, oder zumindest weniger wird.
Im Moment hoffen wir einfach durch die Sierra durchlaufen zu können. Das wäre logistisch auf jeden Fall die einfachste Lösung.
Liebe Grüße an die Jungs
Tim und Paul