Tag 53: Whitney Base Camp

Meile 755.2 – 767.0

Da wir heute nur etwa zehn Meilen vor hatten, haben wir lange geschlafen und dann um halb neun mit der ganzen Truppe gefrühstückt.

Um zehn Uhr sind wir dann losgegangen. Nach ein paar Minuten standen wir an eine wunderschönen See, mit dem ich nicht gerechnet hatte.

Wenig später haben wir Sally und Ernie getroffen. Sie erzählten, dass sie gestern von einer Rangerin auf Permit und Bärenkanister kontrolliert wurden. Da Ernie das Permit nur auf dem Handy hatte und Sallys Bärenkanister laut Rangerin zu klein war mussten sie nochmal nach Lone Pine zurück trampen. Dadurch haben sie den ganzen Tag damit verbracht zwischen Lone Pine und horseshoe meadow hin und her zu trampen. Gut, dass bei uns alles so reibungslos funktioniert hat.

Den Morgen über ging es durch den gleichen wunderschönen Wald wie immer. Ab und zu lichtete er sich und gab den Blick auf entfernte, verschneite Gipfel frei. Gegen Mittag machten wir Pause an einer Meadow mit Gebirgsbach, der wahrscheinlich schon eher in der Fluss-Kategorie mitspielt.

Wir aßen eine Kleinigkeit, erholten uns und ich wusch ein paar Kleidungsstücke. Das ist jetzt super einfach, da wir unsere eigene Waschmaschine herumschleppen. Der Bärenkanister ist wasserdicht. Man füllt ihn zur Hälfte mit Wasser und Klamotten und schüttelt kräftig. So kann man auch ganz einfach den Frust über dieses 1 kg Gewicht abbauen.

Wir überquerten den Fluss auf einem umgekippten Baumstamm und machten uns an einen Aufstieg, der es in sich hatte. Wir spürten die Höhe und die Sonne hatte sich vermutlich vorgenommen uns ein bisschen zu grillen. Auf dem „Gipfel“ trafen wir Pyro, der sich einen Joint genehmigte, schließlich war heute ja kein langer Tag.

Etwas weiter machten wir eine späte Mittagspause an einer Flussquerung. Dabei sahen wir Lalo wieder und retteten Ernies Handschuh aus den Fluten.

Die restlichen Meilen waren ein Kinderspiel und so erreichten wir gegen 15:00 Uhr „Whitney Base Camp“. Aufgrund der vielen Mücken baute sich Bob wie von alleine auf und wir schlüpfen hinein. Dann gab es Ramenbomb aus der Apsis, wir packten unsere Rucksäcke soweit wie möglich und legten uns gegen 16:30 Uhr schlafen. Morgen wird ein langer und aufregender Tag. Heute haben wir unsere ersten richtigen Flussquerungen bewältigt.
Ich bin stolz, dass wir es soweit geschafft haben.

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2 Kommentare

  1. Hallo ihr beiden!
    Für was benötigt man einen Bärenkanister, der vor allen Dingen 1 Kilo wiegt? Wie ist euer 2. Trailname, Nutella und ?
    Bei den Höhenunterschieden, habt ihr da auch Sonnencreme oder ist das nur unnöitger Ballast. Weiterhin viel Spaß wünscht euch Claudia

    1. Der Bärenkanister ist für ca. 200 Meilen Pflicht, da die Bären nicht lernen sollen dass sie bei Menschen Essen finden. Abends füllt man den Kanister mit seinem Essen und stellt ihn ein paar Meter vom Zelt weg. Er ist so stabil, dass Bären nicht ans Essen kommen.
      Tim hat den Trailnamen „Backtrack“, da er hin und wieder den Weg verliert.
      Wir tragen tatsächlich noch ein wenig Sonnencreme, aber eher nur noch für Ohren oder Geicht wenn wir mal wieder das Gefühl haben wir bräuchten es. Die meiste Zeit laufen wir aber ohne aufgetragene Creme, da wir in der Wüste unsere Haut bereits trainiert haben.

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