Tag 77: Benjamin „Dick“ Barter
Meile 1096.0 – 1118.6
Die Nacht war mal wieder sternenklar gewesen, jedoch ein wenig hart auf dem so ebenen Felsboden, den wir zum Cowboycampen ausgesucht hatten. Wir hatten gestern die Grenze zur „Desolation Wilderness“ passiert, die im Sommer mit eine der schönsten Passagen des PCTs darstellt. Und selbst dieses Jahr, nachdem wir bereits die wunderschöne High Sierra in Schnee erlebt hatten, überraschte sie uns mit einzigartigen Seen und einer atemberaubenden Landschaft.
Die Berge einatmend kamen uns in diesen Tagen einige Wochenendswanderer entgegen, da der PCT hier auf dem Tahoe-Rim-Trail verläuft. Ein Wander-Rundweg auf den Bergen rund um Lake Tahoe und auf Grund dessen Größe erstreckt sich der Weg über ganze 250 km.
Zurück zu den Wanderern: Als wir unsere erste kleine Pause machten und den Ausblick genossen, kam ein Paar den Berg hinauf. Wir trauten unseren Augen nicht, was sie mit sich trugen.
Schaut selbst:
Zum Mittagsessen kamen wir über Dicks Pass und trafen auf dem Weg Ben, der mittlerweile zwei koreanische Wander-Kollegen gefunden hat.
Wir dachten bis zum Tag, an dem wir diesen Artikel schreiben, dass der Name „Dicks Pass“ sicherlich von einem mehr oder weniger berühmten Menschen kommt, der einfach Pech bei seinem Nachnamen hatte. Als ich dann heute die Herkunft recherchierte hatten wir gut zu lachen. Dicks Pass ist nach einem exzentrischen Engländer, Captain Richard „Dick“ Barter, benannt. Dieser hat wohl durch seinen Charakter den Spitznamen Dick bekommen. Er war um 1870 von Benjamin Holladay angestellt, um seinen Besitz an Lake Tahoe transportfertig zu halten. Benjamin Holladay kennen einige von euch eventuell als den „Postkutschenkönig“, der im kalifornischen Goldrausch ein Transportimperium aufbaute, indem er Waren von der Ostküste nach Kalifornien transportierte.
Auf dem Weg zum Camp hatten wir auf einem Grad wieder Mobilfunkempfang, was uns dort zum Abendessen verleitete. Wir schliefen ein wenig weiter an Arrow Lake, der tatsächlich die Form eines Richtungspfeiles hat (ein Pfeil nach dem Vorbild eines Autobahn-Ausfahrt Schildes). Zwischen Ben und dem See hatten wir eine entspannte und kühle Nacht, abgesehen natürlich von den Mücken, die den Aufbau von Bob um einiges beschleunigten.
















Euer Bericht mit den schoenen Bildern ruft Erinnerungen wach! Einschliesslich einer Szene, in der ich langsam Schritt fuer Schritt meinen Weg zu Dick’s Pass machte und dabei von einigen fliegenden Wanderern mit Minirucksaecken ueberholt wurde. Sehr kernige Burschen. Erst im Nachhinein wurde mir klar, dass es Thruhikers gewesen sein muessen. Uebrigens hatten die Kinder aehnliche Sitze wie die Wanderer in Eurem Bild. Angeblich sehr bequem, wenn man sonst den ganzen Tag laeuft 🙂
Hallo ihr zwei,
das ist wirklich eine sehr schöne Ecke! Da würde ich auch gerne mal wandern gehen – allerdings ohne Klappstuhl. Zur Zeit sind wir aber erst mal dabei, ein paar uns bisher unbekannter Touren im Schwarzwald auszuprobieren.
Liebe Grüße von uns allen
Petra
Lieber Tim, lieber Paul,
weiterhin betrachte und lese ich begeistert Eure Fotos und Texte!
Vielen Dank noch einmal dafür, dass ich an Eurem Blog teilnehmen darf.
Die Landschaft ist einfach super. Die Mücken würden mich allerdings abtörnen und mich fertig machen. Die finden aber gerade auch die schönsten Stellen der Erde lebenswert.
Eure Energie und Ausdauer bewundere ich, meilenweites Auf und Ab…..
Wie viel Prozent deutsche Trailhiker sind auf dem Weg, was schätzt Ihr?
Weiterhin alles Gute auf Eurem Tripp.
Herzliche Grüße
Sylvia
Das freut uns sehr 🙂
Ich würde sagen hier laufen so ca. 10-20% deutsche Wanderer herum. Als wir in Warner Springs waren hatten die ne Statistik, dass 2018 300 deutsche Wanderer vorbei gekommen sind. Ich würde sagen der Anteil der Europäer nimmt mit dem Meilenstand zu. Vielleicht, weil man länger geplant hat bzw. besser informiert/vorbereitet ist und es deshalb schwieriger ist hinzuschmeißen. Ist aber nur mein Gefühl. Zum PCT gibt es da leider keine offiziellen Zahlen.
Viele Grüße aus Cambridge, Minnesota