Tag 6: Erste Male
72.5-83.1
Als Scout am Abend vor unserem PCT-Start seine allabendliche Ansprache hielt meinte er man solle im Leben aufpassen, dass die „ersten Male“ nicht aufhören und das wir uns jetzt in ein Abenteuer stürzen würden in dem es von ersten Malen nur so wimmeln würde.
Unser 6. Tag auf dem PCT hatte auch ein paar erste Male zu bieten, begann jedoch ganz gewöhnlich.
Wir frühstückten Tortilla mit Nutella und Erdnussbutter, da wir das Oatmeal gestern aufgebraucht hatten. Gegen neun waren wir die vier Meilen bis Scissor Crossings, wo sich zwei Highways treffen, gelaufen. Dort haben wir in einem ausgetrockneten Flussbett unter einer Brücke gewartet. Nach ca. einer Stunde waren wir alle da und Ghost, ein Trailangel, nahm uns mit nach Julian.
Dort haben wir uns erstmal in Mom’s Pies gesetzt. Als PCT-Hiker bekommt man hier kostenlos Kuchen, Eis und selbstgemachte Limonade. Alles sehr lecker. Außerdem darf man Strom klauen um Smartphones und Powerbanks aufzuladen. Es fühlt sich sehr komisch an von Fremden Menschen Dinge geschenkt zu bekommen, die keine Gegenleistung verlangen. Erst recht wenn es Restaurants sind….
Nachdem wir Kuchen, Eis und Limo genossen hatten, haben wir unsere Vorräte aufgefüllt. Dann sind wir Pizza essen gegangen. Dabei haben wir uns mit einem ansässigen Polizisten unterhalten. Ich war ziemlich beeindruckt von dem Waffenarsenal, das er herumtrug. Außerdem quatschen wir mit einem Mann, der Teile des Jakobsweges gegangen war und uns ganz begeistert Fotos von Kathedralen und alten Palästen zeigte.
Abschließend haben wir an der Bücherei das kostenlose genutzt und Wasser geholt. Dabei haben wir mit einem alten Veteran gequatscht, einer amerikanischen Hikerin Nachhilfe im Trampen gegeben (Amerikaner haben total Angst davor) und uns mit einem Ehepaar angefreundet, die mit ihren Kindern jetzt für ein Jahr in den Kosovo ziehen.
Dann sind wir zurück getrampt. Das war ein weiteres erstes Mal. Wir durften nämlich auf der Ladefläche eines Pickups mitfahren 🙂 Die kleinen Jungs in uns waren glücklich.
Zurück auf dem Trail haben wir Thomas getroffen und sind eine Weile mit ihm gewandert. Die Landschaft verwandelte sich in eine Bilderbuchwüste. Es gab drei unterschiedliche Kaktusarten (dünne-verzweigte-Kakteen, zusammengewachsene-Teller-Kakteen und dicke-große-Kakteen), Aloe Vera und kleine Palmen.
Das nächste erste Mal lag quer über den Trail. Eine Klapperschlange hat mich ganz schön erschreckt. Sie hat sich in Angriffsposition gebracht, aber nicht gerasselt. Nach einer gefühlten Ewigkeit hat sie sich in einen benachbarten Busch verdrückt. Als wir vorbeihüpften hat sie nochmal kurz gerasselt. Ich hatte die nächsten paar Meter ein bisschen Adrenalin im Blut…
Später haben wir noch eine ganz kleine Schlange gesehen. Wir dachten zuerst es wäre ein Regenwurm, was aber wenig Sinn ergibt in einer Wüste^^
Als wir zu Hana und Lucy aufgeschlossen hatten, wurde Bob in der beginnenden Dämmerung aufgebaut und es gab Würstchen und Tortillas zum Abendbrot.












Wenn sich Eure Berichte verbreiten, wird der PCT sicher bald nur so von Leuten wimmeln… 🙂 Bei Eurer Staerke klingt alles sehr einfach! Vielen Dank fuer die tollen Berichte und Bilder.
Ich muss sagen, es freut mich auch, dass Ihr so gute Erfahrungen mit Amerikanern habt. Bei dem gegenwaertigen international Klima ist die Begegnung von Mensch zu Mensch umso wichtiger.
Es ist toll, eure ersten Male so miterleben zu dürfen. Die Grosszügigkeit der Menschen ist so weitherzig…das erleben zu dürfen, prägt fürs Leben.
Ja gut, dass die Leute freundlich sind. Aber besser denke ich, dass die Klapperschlange höflich sind!!
Und prima, dass Bob aufgewachsen ist. Eure Geschichte erinnern mich an meinen Vater. Wenn es so ins Zelt geregnet hat, sagte er immer „Jemand atmet hier. Hör auf!!“
Schöne Blogposts. Ich freue mich, die zu lesen!
Vielen Dank für die Komplimente, das freut uns sehr zu hören. Auf höfliche Klapperschlangen hoffen wir natürlich auch. Wir freuen uns schon auf den Festbraten am Packer Lake!