Hamburg-Düsseldorf: TAG 2&3

Frisch gestärkt und wieder getrocknet bin ich bei morgendlichem Sonnenschein aufgebrochen. Die nächsten Kilometer an der mittlerweile sehr breiten Elbe bis Cuxhaven mit Rückenwind habe ich sehr genossen und das erste Mal gewusst, weshalb ich mich gestern durch die Kälte gekämpft habe.

Man hat direkt gemerkt, als ich ins Ballungsgebiet Cuxhaven kam. Vorher Kilometerlange menschenleere Küstenwege wurden plötzlich überflutet von Radfahrer und Fußgängern, die bei ihrem Verhalten sicher nicht den Fahrradführerschein aus der Grundschule bestanden hätten. 🙂
Von der Nordspitze Cuxhaven ging es nun in Richtung Südwesten die Küste entlang. Ich war an der Nordsee angekommen. Immer dem Wind entgegen. Die Radwege leerten sich wieder so schnell wie sie sich gefüllt hatten und ich konnte weiter die Sonne und die Natur genießen. Mittags machte ich Rast an einem kleinen Fischerhafen, in dem drei Kutter lagen und damit den gesamten Hafen füllten. Also wirklich klein 😀
Die Ebbe war vorangeschritten und ich konnte das erste Mal das Watt bewundern, da der Radweg bisher meist auf der Küsten abgewandten Seite verlief. Aus dem Watt beschallte mich währenddessen ein dröhnendes Hämmern. Die Bauarbeiter machten aber auch ziemlich bald Mittagspause und fuhren mit einer alten Dieselbahn mit echten Lohren das Material aus dem Watt zurück an Land. Sie hatten Pfähle für den Küstenschutz und zur Landgewinnung versenkt.

Ich beschloss anschließend, auch wenn der Weg nicht so gut geteert war, mich auf der Küstenseite des Deiches zu halten, so weit dies möglich war. Ganz am Horizont konnte man bereits die Kräne von Bremerhaven sehen, wo ich am Abend den Hafen anschaute und in der Jugendherberge das letzte freie Zimmer bekam. – Man muss auch mal Glück haben 🙂

In Bremerhaven bekommt man als Tourist ein kostenloses Busticket für die Zeit sei es Aufenthaltes, was ich eine super Idee finde um die Innenstadt von Autos zu entlasten.

Für den nächsten Morgen hatte ich mir eine Hafen-Busrundfahrt gebucht von der ich bis heute das Hygienekonzept nicht verstehe. Es fuhren ungefähr 20 Personen in dem Doppeldecker Bus mit, man bekam feste Sitzplätze zugewiesen, und alle Gäste saßen im oberen vorderen Viertel. Reihe an Reihe. Dicht an dicht. Ich sollte sogar einen Platz neben einem anderen alleine Reisenden Touristen nehmen, setzte mich dann aber einfach etwas nach hinten.

Abgesehen davon war die Tour durch den größten Ro-Ro Hafen (Roll on, Roll off) Europas faszinierend. So viele verschiedenste Fahrzeuge sieht man selten. Vom Mähdrescher über Autokräne bis hin zu Militärfahrzeugen war alles dabei was man sich vorstellen kann. Auf dem Hafengelände herrscht Kameraverbot, weshalb es leider keine Bilder davon Gibt 😉
Ich bummelte anschließend noch etwas durch die Stadt und nachmittags machte ich mich dann auf. Viel vorgenommen hatte ich mir heute nicht. Nur einmal die Weser per Fähre queren und dann noch 25 km (natürlich bei Gegenwind) die Mündung nach Norden bis nach Fedderwardersiel. – Mensch wie ich friesische Ortsnamen mag!

Angekommen auf dem kleinen Campingplatz direkt am Wasser machte ich mir Abendessen, es gab Curry-Reis mit einem ganzen Glas Gewürzgurken und dazu ein warmes Müsli, und entspannte mich beim Sonnenuntergang mit Blick auf den Bremerhaven-Hafen.

Heute hatte es nur einmal kurz und heftig geregnet und da sogar gehagelt als ich losfahren wollte, ich hab mich dann aber einfach nochmal 10 Minuten untergestellt und bin so trocken geblieben.

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