Ab an die Nordsee

Nachdem unser Wanderurlaub durch Corona und den Schnee doch kürzer geworden war als gedacht, hatte ich (Paul) während meiner Quarantäne etwas Zeit meinen kommenden Urlaub zu planen.

Da der Vorlesungsbeginn für das nächste Semester um zwei Wochen nach hinten auf Anfang November verschoben wurde, habe ich noch gute drei Wochen Zeit. Zeit, die ich nutzen wollte um auf Radtour zu gehen. Zeit, um etwas zu entschleunigen. Zeit, um vom letzten Semester Abstand zu gewinnen und Zeit, um nachzudenken, wie das nächste Semester entspannter wird. Oft hat mir der Fokus gefehlt effizient zu arbeiten und so streicht viel Zeit ungenutzt im Lande. Zeit, die weder viel Beitrag zu meinem Studium noch zur Erholung leistet.

Aber nun zurück zur Reise.

Plan ist es, von Hamburg aus entlang der Nordseeküste bis nach Emden an die Deutsch-Niederländische Grenze zu fahren, dort auf die Ems zu wechseln und über Münster bis nach Düsseldorf zu Verwandten zu radeln.

Bevor es in den Sattel ging habe ich zwei tolle Tage bei meinen Großeltern in Hamburg verbracht. Da hatte ich noch nicht so sehr auf dem Schirm, das gute Wetter zu genießen.

Am Donnerstag ging es dann los aufs Rad. Von Wedel aus erstmal nicht an der Elbe, sondern durch Uetersen und Elmshorn landeinwärts. Die beiden Sperrwerke (an der Pinnau und Krückau) waren wegen Renovierungsarbeiten und Winterbetrieb geschlossen. Deswegen muss man weiter landeinwärts fahren bis die erste Brücke kommt. Der Umweg von 20 km war also unabdingbar wenn ich nicht schwimmen wollte. Und das wollte ich bei ca 12 Grad eher nicht.
Bis kurz vor Glückstadt hielt das Wetter, ab halb elf regnete es dann aber bis zum nächsten Morgen durch.
Das erste Mal Regensachen anziehen dauerte noch relativ lange, aber ich sollte in den nächsten Tagen noch geübt darin werden 🙂

In Glückstadt nahm ich die Fähre und die halbe Stunde auf offenem Deck bei Regen und Wind kühlte mich mehr aus als ich erwartet hatte. Mit nassen Sachen zu fahren ist ja nicht schlimm, solange man sich bewegt und sich somit wärmt. Trocken bleibt man unter den Regensachen alleine schon nicht durchs schwitzen.
Zu meinem Glück fand ich eine öffentliche Toilette im Vorraum der geschlossenen Touri-Info. MIT SELBST REGULIERBARER HEIZUNG 😀
Nach einer knappen Stunde Trocknung, wobei die voll aufgedrehte Heizung eine akzeptable Sauna aus dem Raum gemacht hatte, habe ich mich zu den letzten 40km zur Otterndorfer Jugendherberge aufgemacht.

…Was sich die Putzkraft wohl gedacht hat, die laut Plan um 19 Uhr vorbei gekommen sein müsste. 🙂

Eine sehr lange heißt Dusche und ein 1,40m breites Bett in einem beheizten Raum. Was hätte ich mir mehr wünschen können an diesem Abend. So trockneten meine Sachen bis zum nächsten Morgen alle wieder und ich stand pünktlich zum Frühstücksbuffet auf, um mir den Bauch voll zu schlagen.

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