Tag 84: Off Trail
Meile 1249.7 – 1263.5
Als der Wecker um sechs Uhr vibrierte war es noch ungewöhnlich dunkel. Normalerweise ist es bereits um halb sechs ziemlich hell und die Sonne berührt gerade den Horizont, doch heute war es noch fast düster. Es dauerte einen Moment bis ich verstand, dass wir ja im tiefen, steilen Tal des Feather River Südarms lagen. Wir beschlossen aufzubrechen und erst einmal ein wenig zu laufen, bevor wir frühstückten, denn heute ging es bergauf. Viel und lange. Von unseren noch verbleibenden 16 Meilen bis zu Bucks Lake führten elf dem Himmel entgegen.
Zu unserer Erleichterung war die Steigung entsprechend auszuhalten. Nach der ersten Stunde gab es Haferflocken mit Rosinen, Honigpops und Kakao.
Dann ging es weiter bergauf. Paul ist einmal ziemlich gesprungen, als uns eine Klapperschlange auf sich aufmerksam machte. So konnte uns der Trail auch am letzten Tag immernoch beeindrucken.
Sehr beeindruckt waren wir auch von dem Ausblick wenig später. Er konnte zwar nicht mit der Sierra mithalten, weil man auf bewaldete Hügel blickte, dafür konnte man umso weiter schauen und es war quasi eine kleinere Version der McAfee Knob vom AT, würde ich sagen.
Als wir wenig später zur Straße kamen wurde klar, dass wir hier nicht trampen konnten – kein Auto weit und breit. Deshalb mussten wir leider 1,5 Stunden zu Fuß durch die Sonne auf Asphalt gehen. Das hat ziemlich weh getan und so waren wir ziemlich enttäuscht, als das Resort, wo unser Resupply Paket lag geschlossen hatte. Doch trotz der Renovierungsarbeiten war die Besitzerin in der Nähe und hatte unser Paket aufbewahrt. Menschen sind doch super, oder?
Wir liefen etwas die Straße runter und aßen im Schatten eines offenen Resorts. Später hitchten wir nach Quincy. Netterweise nahm uns der Koch des Resorts mit. Unterwegs hat uns ein betrunkener Autofahrer fast in einen Unfall verwickelt, der Koch meinte er kenne den Typen und niemand unternehme etwas dagegen. Sein County könnte sich nicht einmal eine Nachtschicht für den Sheriff leisten. Er zeigte uns das Krankenhaus, das für drei Counties zuständig ist, es war sehr klein. Seine Kinder seien in Nevada geboren, da gebe es bessere Krankenhäuser.
Der Plan war eine Nacht in Quincy zu verbringen, doch dann entdeckte Paul, dass wir noch einen Bus bekommen könnten und so saßen wir fünf Minuten später im Bus nach Chester. Für vier Dollar pro Person fuhr uns der Bus zwei Stunden über kleine Sträßchen durch die Berge und entlang des Lake Almanor. Es war wunderschön.
In Chester quartierten wir uns im Garten einer Kirche ein, der PCTlern offen steht. Dann probierten wir die Pizza Factory aus, eine allgegenwärtige Fastfood Kette. Die Pizza war gut, amerikanisch und sehr reichhaltig. Genau das Richtige für uns. In der Pizzaria haben wir noch ein paar PCTler getroffen, mit denen wir uns nett unterhielten. Dann ging es zurück zum Zelt und ab in die Falle. Im Trailregister haben wir Jerome aus Göttingen entdeckt (Freund eines Bekannten), wir hatten ihn um ein paar Tage verpasst. Außerdem war No Worries (erinnert ihr euch noch an Stefan vom Mission Creek?) kurz vor uns hier.
Es ist ein merkwürdiges Gefühl nicht mehr auf dem Trail zu sein.
















Danke fuer den Bericht einschliesslich der schönen Bilder. 2033.5 Kilometer (und mehr fuer Backtrack) – wow! Herzlichen Glückwunsch zu dieser erstaunlichen körperlichen und mentalen Leistung.
Werden wir auch etwas von Euren weiteren Abenteuern hören?
Na klar, wir haben nur gerade ein paar kleine technische Probleme (Pauls Hand ist schon wieder kaputt), deshalb könnte es ein bisschen dauern…
Vielen Dank für die Möglichkeit, eure vielen „ersten Male“ mitbekommen zu dürfen! Wir freuen uns, dass ihr eine so gute, intensive Zeit zusammen hattet, und dass ihr in der Lage seid, eure Pläne zu ändern, wenn es besser passt.