Tag 16: wolkenloser Regen
Meile 183.5 – 194.2
Bevor es zurück auf den Trail gehen konnte, wurde noch gefrühstückt und die Wohnung aufgeräumt. Gegen halb 8 waren wir dann so weit und legten auf dem Weg zum Trailhead noch einen Zwischenstopp beim Bäcker ein. Ich holte mir ein rustikales Blaubeer Brötchen. Die Meile bis zum Trail verlief im Grünstreifen einer Landstraße Tal aufwärts. Auf halber Strecke lag ein leerer Pappkarton am Wegesrand und „elk“ schaute reflexartig hinein. ‚Es könnte sich ja um eine Hikerbox handeln.‘ So langsam werden wir zu richtigen thru-hikern.
Der Trailhead war schnell gefunden, aber der Aufstieg wieder zurück zum PCT zog sich ein wenig länger als gedacht. Nach knappen zwei Stunden waren wir zurück auf dem Trail und somit auch wieder in Schneelage. Es lagen noch rund 15 cm Schnee, aber zum Glück war die Spur schon einigermaßen geebnet und man musste sich nicht mehr selbst den Weg suchen.
Ein ganz anderer Punkt waren jedoch die großen Bäume des Waldes, in dem wir uns bewegten. Der Schnee schmolz natürlich auch bei ihnen und somit regnete es förmlich, ob gleich die Sonne schien und blauer Himmel war. Sehr ätzend, da die Regenjacke keinerlei Schweiß transportiert, es warm genug war, um nur in Wanderhemd zu laufen und es zudem noch Bergauf ging.
Wir quälten uns durch den Vormittag, bis wir am Grad angelangten, der durch Bäume hindurch den Blick freigab auf ein durch Sonne beschienenes Tal ohne Schnee. Die Nadelbäume am Grad waren jedoch noch vollkommen eingeeist und schmolzen gerade, wodurch neben und auf dem Trail immer wieder dicke Eisbrocken zu Boden sausten. Im nachhinein betrachtet war es ein wenig gefährlicher als gewollt, aber wir haben auf uns geachtet.
Mittlerweile waren Wolken über uns aufgezogen und der Drang nach schneelosem Wandern trug uns regelrecht den Berg hinunter. Je weiter wir ins Tal kamen, umso mehr erkannte man. Die Windfarm sowie der Highway, welche wir schon von Mt. San Jacinto sahen nahmen Konturen an und wir hörten schon einige Hörner der Züge durchs Tal schallen.
Wir füllten unseren Wasservorrat auf und schlugen Bob eine Meile weiter an einem Platz mit dem bisher besten Ausblick auf. Beim essen freuten wir uns über einen Marienkäfer, der auf unserer Gasflasche landete. Später im Zelt fanden wir noch einige am den undenkbarsten Stellen und selbst am nächsten Abend fand Tim noch einen in seiner Leggins. Ein heiteres Versteckspiel, welches mindestens einen Marienkäfer 24 Meilen weit von seinen Kumpanen getrennt hat.

























Beeindruckend! Besonders die wechselnden klimatischen Bedingungen und die dazu gehörigen Bilder die Ihr gemacht habt. Danke dafür! Weiter gute Wege und überall sicheres An- und Durchkommen.
Liebe Grüße MoKli