Tag 8: Nasser Vogel

Meile 101.3 – 109.5

In der Früh haben wir unser Zelt zusammen gepackt und sind so wie die letzten Tage gegen kurz vor 7 aufgebrochen. Keine Minute zu früh, denn zehn Minuten später fing es an zu regnen.
Nach 3 Meilen kamen wir am Eagle Rock vorbei, dem wir aber bei dem Wetter nur einen schnellen Foto-Stop schenkten. Das Foto von uns machte ein Wanderer, der rauchend, ohne Regenjacke (nur in Hemd, kurzer Hose und Cowboyhut, total durchnässt) dort Pause machte. Auf die Frage, warum er keine Regenjacke anhabe, meinte er ohne Regenjacke würde er schneller laufen… Hier laufen schon ein paar komische Leute rum.

Die Natur war auch wieder eine ganz neue. Wir liefen durch dünenartige Wiesen.

Gegen halb zehn kamen wir schließlich in Warner Springs an. Dort gibt es ein Community Center, in dem Volunteers für die Wanderer verschiedene Services anbieten. Am Ende wird um eine Spende gebeten. Sämtliches eingenommenes Geld kommt der Schule auf der anderen Straßenseite zugute. Auf die Schule gehen wohl vor allem Schüler aus bildungsfernen Schichten. So kommen jährlich über 30.000$ zusammen. Wir haben dort sehr nette Menschen getroffen, z.B. den Trailangel „cool breeze“, Veteran, der in Berlin an der Mauer stationiert war und echt ne coole Socke ist.

Als wir ankamen, gab es Wassermelonen und Bananen. Wir bauten unser Zelt unter einem großen Baum neben dem örtlichen Sportplatz auf und wärmten uns anschließend erst einmal auf.
Dann haben wir die outdoor Bucket Shower „genossen“ und unsere Wäsche gewaschen. Immerhin war das Wasser im Eimer warm, auch wenn es immernoch geregnet hat.
Nach und nach sind auch unsere Freunde eingetrudelt. Hana hatte sich noch aus San Diego ein Paket mit Essen hierher geschickt. Sie hat natürlich viel zu viel Essen verschickt, sodass für uns eine ganze Menge abfiehl. Wir bedienten uns ausgiebig aus der gut gefüllten Hikerbox und mussten so nur zwei Packungen Kartoffelbrei und Tortillas im Laden kaufen.

Im Community Center stand eine Gitarre und einige Wanderer wussten sehr gut damit umzugehen. Außerdem hat Hana ihr Proteinpulver zurück gelassen. Sie hatte seit Campo einen 3 Liter Ziplock-Beutel Proteinpulver mit Vanillegeschmack dabei. Allerdings hat sie das Pulver nicht einmal probiert und allen versucht anzudrehen, sodass wir uns schon überlegt haben, ob wir sie „Captain Protein“ nennen sollten.
Wir haben uns mit „Walkie-Talkie“ angefreundet und versucht ihr ihren Nachnamen beizubringen. Sie heißt Schroeder und spricht das sehr amerikanisch aus. Ihr Vater kommt aus Deutschland. Der Sprachunterricht war von mäßigem Erfolg gekrönt. Ihr fällt das Ö und R schwer.
Zum Abendbrot gab es eine Knorr Reis-Nudel Mischung mit Broccoli-Cheddar-Geschmack aus der Hikerbox, war ganz ok.
Es war sehr angenehm mal einen Tag im Warmen Pause zu machen.

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5 Kommentare

  1. Hey ihr zwei,
    schön von euch zu hören! Hab auch schon in der Galerie gesehen, wie es weiterging (für Mitleser: Achtung Spoiler! Neuschnee am San Jacinto Pass?)? Bestimmt mühsam und kalt, aber die Landschaft (und die Fotos) sind natürlich genial. Ich hoffe, eure Ausrüstung macht das alles gut mit?
    Liebe Grüße, Petra

  2. Na ihr Beiden,
    da schicke ich euch doch ein paar Sonnenstrahlen, die sich am Kölner Himmel zeigen. Die trocknen euch …
    Seid ihr tagsüber auf dem trail meist allein zu zweit? Oder Sorgen Mitwandernde dafür, dass dies eher selten geschieht? Den Bildern nach habt ihr es unterwegs phantastisch und ruhig. Good luck 🤠

    1. Dankeschön, wir sind grade in einer warmen Lodge. Also schön trocken.
      Sie Meiste Zeit laufen wir zu zweit. Wir überholen meist andere Wanderer und führen dann Smalltalk. Mit schon enger bekannten, die ungefähr die gleiche Geschwindigkeit oder die gleiche Tagesziel haben, laufen wir dann auch zusammen falls es sich ergibt. Abends hat man vor allem Kontakt zu den anderen, da sich doch immer ein paar an einem camp-spot breit machen.

  3. Hallo Ihr beiden!
    Danke für die tollen Eindrücke! Mich beeindruckt besonders, dass Ihr offensichtlich überwiegend auf Menschen trefft, die für diesen Trail „brennen“ das freut mich sehr!
    Ja, manche Fotos sehen in etwa aus wie die Dünen an der Nordsee (Ameland 😉) bei Nebel!
    Liebe Grüße und weiter gute Wege!
    Monika

    1. Hey Monika,
      Tatsächlich hat es uns auch überrascht, wie hier Herzlichkeit und Hilfsbereitschaft von allen Seiten kommt. Sowohl von den Wanderern, als auch von den Einwohnern und sogar den Polizisten/Sherrifs.

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