A good Start

(Not the) West Highland Way, Tag 1
Glasgow & Dumbarton

Der Flug geht um 07:20. Ich wache auf, weil mein Wecker klingelt. Es ist 04:10. ich hatte 2,5 Stunden Schlaf. Mein Kopf tut weh, kein Wunder. Paul und ich haben bis spät unsere Sachen gepackt, alles nochmal hinterfragt und flugfertig gemacht, das hat sich natürlich gezogen. Papa fährt uns zum Flughafen nach Frankfurt, das ist sehr nett von ihm! Gepäckaufgabe klappt problemlos, der Sicherheitbeamte ist neidisch als er erfährt was wir vor haben. Das Wetter sei ja super vorher gesagt. Recht hat er 🙂 dann warten wir noch ein paar Stunden, unser Triebwerk braucht einen Ölwechsel. Dafür können wir einen traumhaften Sonnenaufgang bewundern. Die Sonne ist richtig oval.

Der Flug war angenehm, Paul hat ein bisschen geschlafen, ich habe aus dem Fenster geschaut. Beeindruckt hat mich die große Anzahl von Containerschiffen vor der niederländischen Küste und zwei off-shore Windparks. Als wir um 8:20 Ortszeit in Glasgow gelandet sind hat uns strahlend blauer Himmel und Sonne empfangen. Unser Gepäck hatte es auch geschafft. Nach ein paar Besorgungen in Glasgow (Gas, Geld, Ladegeräte) sind wir mit dem Bimmelzug nach Dumbarton gefahren.
Dort haben wir uns erstmal unterhalb der Burg ans Wasser gesetzt. Wir finden das zählt als Meer, es hat Tidenhub und riecht ein bisschen salzig.
Jetzt fragt ihr euch sicher was wir in Dumbarton wollen. Das ist ein bisschen komplizierter. Paul und ich haben uns 4 Wochen in der Klausurenphase freigehalten. Der Plan ist Schottland zu Fuß zu erkunden. Es gibt ein paar Wanderwege die uns reizen und vielleicht schauen wir auch mal bei ein paar Gipfeln vorbei. Wir haben einen groben Plan, der kann aber noch ausgestaltet werden, je nachdem was das Wetter sagt. Zum warm laufen wollen wir den West Highland Way gehen. Der fängt aber eigentlich woanders an. Wir haben einen Wanderführer „Not the West Highland Way“, der alternative, anspruchsvollere Routen zum WHW vorstellt. Der alternative Start hat sich auf jeden Fall gelohnt.

Nach einem Einkauf beim Supermarkt haben wir uns also auf den Weg gemacht. Es ging durch ein kleines Tal, durch dessen Laubwald Sonnenlicht auf einem Wasserlauf glitzerte. Einfach traumhaft. Mittag haben wir an einem waschechten Manor gemacht, das sah aus wir in Film und Fernsehen. Wir haben einen Vogelschädel gefunden und ein Nickerchen gemacht. Dann ging es weiter über geflegte Wege durch buschige, braune Wiesen. Irgendwann haben wir einen Einheimischen getroffen, den wir nicht verstanden haben. Er hat uns nach der Uhrzeit gefragt und Paul hat ihm die falsche gesagt, das ist uns leider erst später aufgefallen, die Uhr lief noch nach deutscher Zeit.
Der Blick auf die Bucht war einfach toll. Auch vom Gipfel des Doghnuts (das ist der Hausberg).

Die darauf folgende Wateinlage hat uns auf die nassen Moosböden Schottlands vorbereitet und uns sehr kalte und nasse Füße beschert. Morgen probieren wir mal unsere Seal Skins Socken aus, die sollen theoretisch wasserdicht sein, das wäre sehr praktisch.
Wir haben unsere Zelte auf einem kleinen Gipfel mit Blick auf Glasgow, einen See und die Bucht aufgebaut. Der Sonnenuntergang war sehr schön. Es gab YumYum Nudeln mit Chilli con Carne Gewürz zum Abendessen, das war mir ein bisschen zu scharf und zu glutamatig, deshalb habe ich mir Nutella auf Baguette gegönnt, man ist ja im Urlaub.
Nachts konnte man die Lichter von Glasgow sehen. Die Sterne waren nicht besonders, Glasgow ist einfach zu hell. Wir sind total kaputt um acht in den Schlafsack gekrochen.

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7 Kommentare

  1. Welch wunderbare Überraschung, die Benachrichtigung über einen Post von euch in meiner Inbox zu finden. Ich freue mich schon sehr auf das virtuelle Mitwandern!

  2. Fette Bilder. Mir fehlt noch ein Foto von angemalten Schafen und einem Unterhosen freien Schottenrockträger. Bedingung für letzteres muss nicht mit Fotos bewiesen werden:-)

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