Tag 79: Abgelichtet

Meile 1140.7 – 1164.4

Heute sind wir viel durch Blumenwiesen gelaufen. Es gibt kniehohe Blumen mit gelben Blüten und dicken haarigen Blättern. Dazwischen stehen wie von einem Gärtner beabsichtigt blaulila Stauden, weiße und rote kleinere Blümchen. Morgens ging es bergab, kurz bergauf und weiter bergab. Wir konnten letzte, wunderschöne Blicke auf Lake Tahoe erhaschen. Uns kamen immer mehr Tageswanderer entgegen, umso näher wir Donner Pass kamen. Tageswanderer stören ein bisschen, weil wir viel schneller sind müssen wir dauernd überholen. Außerdem muss man oft warten wenn einem eine Gruppe entgegen kommt. Das hört sich vielleicht arrogant und nach meckern auf hohem Niveau an, aber es ist echt anstrengend und stört den Flow.

Eine halbe Meile vor der Passstraße bekamen wir Eis und Bananen. Es war super 🙂 Ein Fotograf aus San Diego fotografiert PCTler, interviewt sie und veröffentlicht unsere Geschichten in einem Buch. Sein Kumpel hat uns was zu Essen gegeben. – Wen das interessiert, der kann auf Instagram unter @pct_people_project mehr erfahren. Ich finde die Fotos sind richtig cool geworden und auf Instagram kann man auch unsere Mitwanderer bewundern. Dort findet man z.B. Ben aka BackAway.

Als er uns abgelichtet hatte sind wir weiter zum Pass gegangen. Etwa 200 Meter nach links steht die Donner Pass Ranch. Dort bekommt man als PCTler ein Freibier (40 oz, also über 1 Liter) und der Burger war auch ganz gut. Als wir uns der Ranch näherten waren wir ziemlich überrascht. Überall liefen dicke Männer und Kinder mit ferngesteuerten Autos herum. Alles war mit Wohnmobilen und Pavillons zugestellt. Später wurde uns erklärt, dass die Leute auf den Skipisten Parcours für die ferngesteuerten Autos  gebaut hatten und all diese Leute zum Spaß mit ihren Autos fuhren. Es gab keinen Wettbewerb, es ging nur um den Spaß. Ein bisschen skurril war das ganze schon. Hier haben wir Froggy und Ben das letzte Mal gesehen, da sie wohl zwei Tage Pause machen wollen.

Als wir gegen drei Uhr weiter gingen war ich ganz schön betrunken von dem Bier. Das Laufen ging so ganz gut. Wir hatten einen schönen Blick auf einen See mit Booten darauf, einen alten Tunnel und Kletterer. Später holten wir Wasser an einem Interstate Parkplatz, nachdem wir die Unterführung benutzt hatten. Dann bestiegen wir einen kleinen Pass und machten kurz darauf an der Peter Grubb Hütte Abendessen. Das ist eine Hütte, die der Sierra Club unterhält. Sie ist unbewirtet, aber ziemlich cool. Besonders beeindruckt waren wir von dem fakultativen Wintereingang im ersten Stock.

Vier Meilen und viele tote Moskitos weiter schlugen wir unser Nachtlager auf.

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