Tag 41-42: 1000 km

Meile 606.3 – 630.8 – 651.3

Gestern Abend hatten wir uns am Bergrücken eines Windparkhügels nieder gelassen. Die Mühlen drehten sich jedoch natürlich auch Nachts und der Busch, von dem wir uns Dämpfung erhofften, brachte nur wenig. Somit war unser Schlaf nicht sonderlich gut und morgens hatte sich einiges an Tau auf unseren Schlafsäcken gesammelt, wodurch sie an Wärmeisolation verloren. Wir packten halb schlaftrunken unsere Sachen und machten uns in der Morgendämmerung auf den Weg.

Eine gute Stunde später, die Sonne war bereits aufgegangen und lunzte über die Bergrücken, hielten wir zum Frühstück. Mit schöner Aussicht auf ein Tal, dessen Bergrücken uns an Almen in den Alpen erinnerten, gab es Tottilla mit Nutella und Schokomüsli als Verfeinerung.
Die folgenden Meilen gingen bei zunehmender Hitze teils mehr bergauf als uns lieb war und wir so schnauften wir schwitzend unter mehreren kleinen Pausen an einem alten, abgeknickten Funkmasten vorbei ein großes Tal entlang.

Gerade als wir einen Wald betraten und die Luft damit angenehmer wurde, ging es wieder bergab. Im nächsten Bergsattel ließen wir unsere Schlafsäcke trocknen und machten dösend Mittagspause.
Nachdem wir uns um drei Uhr dazu durchrangen weiter zu gehen fing es am zu tröpfeln. Wir machten uns zuerst nichts daraus, jedoch wurde es mehr uns der Gedanke, ob man bereit war den Rucksack ab zusetzen, um seine Regenjacke heraus zu holen, drängte sich immer mehr in den Vordergrung. Wir beschlossen nach einer kurzen Pause unter einem Baum, auf diesen Umstand zu verzichten. Mittlerweile drang durch das Rauschen des Windes und die nur noch vereinzelten Regenteopfen tiefes grollen von Donner. Später werden wir erfahren, dass andere Wanderer sich bei starkem Hagel unter vereinzelte Bäume flüchten mussten und in der Nähe von Kennedy Meadows durch Blitzschlag ein kleiner Waldbrand ausgelöst wurde, dr noch einige Tage brennen sollte.

Wir kamen da mit ein paar Regentropfen noch sehr glimpflich davon und die Wolken verzogen sich bald schon wieder.
Am Abend schlugen wir unser Zelt im bereits dunklen Wald neben einem Bach unser Zelt auf und schliefen besser als in der letzten Nacht.

Wir wachten mit diesmal trockenen Schlafsäcken auf. Es folgte ein sehr angenehmer, leicht abschüssiger Weg durch einen Wald, wo wir nach drei Meilen an einen Wassertrog mit frischem Quellwasser stießen. Unser nächster Abschnitt hatte nur wenige verlässliche Wasserstellen. Und diese waren selbst nur Wasservorräte mit Wasserkanistern, die von Freiwilligen gespendet und dort hin gebracht wurden. Dadurch wusste man nicht, wie viel Wasser bei der eigenen Ankunft noch übrig sein würde.
Mit einem unsicheren Gefühl im Magen machten wir uns auf, der Wald lichtete sich schnell und die Sonne tat das restliche. Wir machten eine Meile vor dem Wasservorrat Mittagspause, da dort an der Straße kein Schatten sei, so Guthooks.

Am Wassercache war dann mehr Wasser als gedacht, wir mussten jedoch nur wenig auffüllen. Andere Wanderer wurden hier von Bienen einige hundert Meter den Highway entlang gejagt.

Wenig später trafen wir zwei ältere Damen, von denen eine, komplett in rosa gekleidet, bereits 1989 den PCT gelaufen war. Nun wandern sie ihn in Tageswanderungen Etappenweise in südliche Richtung. Sie gaben uns auch den Hinweis, dass der nächste Wasservorrat in 16 Meilen voll sei und wir nicht für 25 Meilen Wasser schleppen müssten. Somit konnten wir ein paar Liter weg kippen.
Kurz hinter der 1000-Kilometer-Marke (in Worten: eintausend) hatte sich ein weißer Van an einem Wanderparkplatz mit allem was wir uns erträumen konnten niedergelassen. Andrew und Jamie, die diese Trailmagic machten, würden wir in den nächsten Tagen noch das ein oder andere Mal sehen. Hier saßen auch Maple und Jakob. Nach einer Runde Tacco unds und kühlen Getränken verabschiedeten wir uns, da noch 8 Meilen vor uns lagen, die uns bis ins dunkle tragen sollten.
In der Dämmerung gab es beeindruckende Ausblicke und als ich meine Stirnlampe einschalten wollte merkte ich, dass sie nicjt mehr auf meinem Kopf saß. Nach einem kurzen Herzkasper ging ich mit Handylicht den Trail zurück und fand sie nach etwa einer halben Meile im Sand liegen. Erleichtert genoss ich den grandiosen Sternenhimmel. An unserem Zeul angekommen campten wir einmal mehr ohne Bob, nur unter dem Sternenzelt.

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4 Kommentare

  1. Heute habe ich erfahren, dass Ihr aufgrund von Permitproblemen noch etwas laenger in Lone Pine seid, als eigentlich geplant. Das ist fuer Euch sicher aergerlich – doch Eure Fangemeinde freut sich ueber die vielen Blogposts und dankt Euch sehr! Viel Glueck fuer den naechsten Abschnitt im Hochgebierge mit Schnee!

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