Tag 19: Splitting
Meile 232.1 – 256.2/Big Bear Lake
Die Nacht war kalt und wir schliefen nicht gut, da sich zu der Kälte auch noch Wind gesellte. Als unser Wecker um halb sechs Terror machte, ebbte der Wind gerade ab und es wurde wieder wärmer. Wir beschlossen noch eine Stunde länger zu schlafen, um unser Schlafdefizit der letzten beiden Nächte aufzuholen. Als wir nach unserem alltäglichen Frühstück von Tortillas mit Nutella und Erdnussbutter gegen sieben Uhr aus Bob krochen, waren bereits sämtliche elf anderen Zelte samt Trägern aufgebrochen.
Es hatte sich über Nacht eine dünne Schicht aus Schnee über das Tal gelegt, was unser Frösteln erklärte. Wir machten uns auf die letzten Meter im mission creek, wobei der Weg heute zu unserem Glück nicht mehr weggeschwemmt war. Bald ging es durch bewaldetes Gebiet, das einen guten Windschutz bot.
Als Tim sich einige Meilen später in die Büsche schlug, konnte ich den Wald beobachten. Nach kurzer Zeit der Ruhe, nur mit Vogelgezwitscher, dem Rauschen des Windes in den Baumkronen und dem plätschern des Bächleins im Hintergrund, kam Bewegung in den Wald. Vögel verschiedener Größe und mit buntem Federkleid suchten im Boden mach essbarem, während zwischen ihnen kleine Chipmunks umher tollten. Chipmunks sind im Grunde wie Eichhörnchen, nur halb so groß aber dafür doppelt so süß. Einige kamen ganz nah an mich heran und hielten Wache, während andere unsere fünf Meter entfernten Rucksäcke untersuchten. Scheu vor Wanderern haben sie wohl nur wenn man sich bewegt.
Tim kam zurück und ich zeigte ihm noch das ein oder andere Chipmunk, bevor wir weiterzogen.
Zum Mittagessen kamen wir zu ein paar Baracken, die man beim National Forest Service mieten kann. Mein Fuß meldete sich auf der letzten Meile und ich kam nur noch sehr langsam voran. Beim Mittagessen überlegten wir, was für Möglichkeiten bestanden, um schon vor dem offiziellen Trailhead zu Big Bear Lake auszusteigen. Big Bear Lake war noch 20 Meilen entfernt und unser nächster Ort, wo wir unsere Vorräte wieder aufstocken mussten.
Der PCT kam vier Meilen von den Baracken entfernt an einem Highway entlang, von dem ich schließlich nach einer dreiviertel Stunde einen Hitch nach Big Bear Lake bekam. Eine gute Entscheidung, denn mein Fuß brauchte einen Nachmittag Ruhe. Tim wanderte anschließend noch sechs Meilen weiter bis zum nächsten Campspot, während Dan mich in den Ort fuhr.

Dan ist Vater von zwei Kindern im Kindergartenalter und kann deshalb mit seiner Familie nur Tagestouren machen, findet das Wandern jedoch auch äußerst faszinierend und hat hat den PCT auch noch auf seiner ToDo Liste stehen. Er zeigte mir kurz die Stadt und lud mich anschließend zum Abendessen in der örtlichen Brauerei ein, in der er arbeitete. Der Wirt empfahl mir die „Avocado Bomb“, die sich sehr auszahlte. Auf der Speisekarte wurde sie als „Our signature dish! Honey ale battered avocado, spicy ahi, crab shrimp cake, ponzu, chipotle aioli and vontpn crisps“ angeteasert.
Anschließend versuchte ich vergebens im Hostel unterzukommen, sie waren leider schon voll belegt. Es war eben Memorial Day. Ich fand noch ein viel zu teures Zimmer in einem Hotel und verbrachte die restliche Zeit mit der vergeblichen Suche nach einer Lösung für mein fast defektes Handy, bevor ich mich in meinem queensize Bett schlafen legte. Tim verbrachte die Nacht alleine in dem riesigen Zelt und genoss den vielen Platz.





Hallo Jungs,
Wir vermissen Euch und freuen uns, wenn Ihr nächstes Jahr wieder dabei seid.
Lieben Gruß vom Schwesterntreffen!
Das können wir so nur auch von unserer Seite zurück geben! Viele Grüße in die gesamte Runde!