Tag 1: READY, Set, GO!

Meile 0-11.5

„Abenteuer füttern die Seele, bringen das Herz zum Hüpfen und machen uns zum Geschichtenerzähler.“

Anonym

Heute war unser erster Tag auf dem Trail.
Gestern Abend haben wir unser Zelt bei Scout und Frodo im Garten aufgebaut. Wir hatten der freiwilligen Helferinnen „Shuffels“ erzählt, dass wir ein Zelt genäht haben und sie wollte es unbedingt noch sehen. Unser Zelt heißt jetzt Bob und in Anlehnung an die „steelcut oats“, die es jeden Morgen gab, hat es einen Instagram-Account bekommen. Ihr könnt @bob_the_steelcut_tent auf seiner Reise durch Amerika folgen. Wir werden versuchen jeden Abend ein Foto mit Meilenangabe zu posten.
Auch Scout war total begeistert von dem Zelt.

Wir sind um 5 Uhr aufgestanden, dann gab es, wie die zwei Morgende vorher, ein super Frühstück. Um 6 Uhr wurden wir von Freiwilligen abgeholt und zum Trailhead gebracht. Wir waren 21 Wanderer. Wir zwei sind mit zwei amerikanischen Mädels bei Jim mitgefahren. Jim ist ein Professor an der Universität von San Diego und hat seinen Trailname von Stephen Colbert bekommen (er hatte ein Buch über soziale Netzwerke geschrieben und war in der Show, seinen Trailname hab ich vergessen, aber die Story war ziemlich cool…).
Am Trailhead haben wir ein paar Fotos gemacht, ein Gruppenfoto mit allen Wanderern von Scout und Frodo und uns ins Trailregister eingetragen. Es gab das Monument zu bewundern und man konnte durch Lücken im Grenzzaun nach Mexiko schauen. Gefühlstechnisch saßen wir in einer Achterbahn, nach so viel Vorbereitung und Planung endlich am Monument zu stehen war schon etwas surreal.

Wir wollten es langsam angehen lassen und sind deshalb heute nur 11,4 Meilen gegangen. Unterwegs haben wir einen sehr großen Greifvogel aus nächster Nähe beobachten und die vielen Blumen bewundern können, die aufgrund des Regens überall blühen. Es gibt rote, gelbe, weiße, blaue und lilane Blumen hier, wobei die gelben in der Überzahl sind. Außerdem haben wir einen Baum mit merkwürdig glatter Rinde entdenkt und eine faustgroße, stachelige Frucht.
Wir sind eigentlich den ganzen Tag mit Hana gewandert, einer netten Krankenschwester aus Tschechien.
Mittags gab es Tortillas mit Nutella, Peanutbutter und einer tollen Aussicht. Der provisorische Jetlag-Nap durfte natürlich auch nicht fehlen.

Wir haben bereits gegen 15 Uhr unseren Camping Spot gefunden und uns ausgebreitet. Im Laufe des Nachmittags sind noch 8 weitere Wanderer dazu gekommen, einige waren bereits mit uns bei Scout and Frodo. Wir haben alle zusammen mit Newton (sein echter Vorname!) aus New Mexico versucht herauszufinden, wie sein Zelt aufzubauen ist. Zu alledem hatte er keine Heringe dabei, weshalb wir ihm unsere beiden übrigen geschenkt haben. Hana ist noch ein wenig weiter gelaufen, sodass wir sie am nächsten Morgen bei ihrem Frühstück überholt haben.
Als Abendessen gab es Rahmen mit Soja und asiatisch gewürztem Tuna. Wir haben viel zu viel Wasser verwendet und der Tuna war SEHR würzig und scharf. Aber das ist gar nicht so schlecht, da es immer kühler und regnerisch wurde. Unser nun warmer Magen ist mit einer Runde instant Oatmeal schlafen gegangen.

Nun regnet es. Und am Wochenende solls gewittern. Den Start in die Wüste hatten wir uns anders vorgestellt, so kann man aber immerhin gut wandern.

Zufällige Artikel

  • Not the Beinn Dorain

    (Not the) West Highland Way, Tag 6Beinn Dorain, Bridge of Orkey Seit Tag vier Stelle ich mir keinen Wecker mehr, das hat auch bisher gut geklappt. Heute werde ich jedoch durch ein rütteln am Zelt und ein fragendes „Paul, bist du wach?“ geweckt.Schlaftrunken schaue ich auf meine Uhr – halb 7. Ich hatte mich gegen…

  • Berge

    (Not the) West Highland Way, Tag 7Kings House Der Wecker klingelt, ich drehe mich nochmal um, heute lassen wir es ein bisschen ruhiger angehen. Als ich wenig später aus dem Zelt krieche bin ich froh, dass wir gestern noch ein paar Höhenmeter weiter gegangen sind. Im Tal liegt Nebel über dem See. Es sieht Traumhaft…

  • Tag 21: Manches geht den Bach Runter

    Meile 275.0 – 294.7 Die Nacht war extrem kalt – ich habe ab ca. ein Uhr morgens in Embryonalstellung irgendwo zwischen schlafen und wach sein zugebracht. Das Hauptproblem waren dabei die Eisklötze an meinen Füßen, dagegen muss ich bei Gelegenheit etwas unternehmen. Auch der Morgen schien nicht gewillt zu sein uns etwas Entspannung zu ermöglichen….

  • Tag 38: Graubrot

    Meile 558.5 – 569.8 Heute lagen ca. 16 Meilen vor uns. Wir wollten von unserem Campingplatz bis zu Highway 58 laufen. Nach ein paar Meilen entschlossen wir uns gemäß dem im Hiker-Slang bekannten „HYOH“, was „hike your own hike“ bedeutet, schon zehn Meilen früher nach Tehachapi zu trampen, um dort noch etwas von diesem Tag…

  • Tag 59: 18 Stunden

    Meile 813.7 – 838.6 Heute hatten wir viel vor. Deshalb waren wir um ein Uhr Nachts auf den Beinen und liefen über ein großes Schneefeld auf Mather Pass zu. Wir verloren mehrmals den Weg und waren froh, als wir alle Flüsse auf Schneebrücken unbeschadet überquert hatten. Da der letzte Teil des Aufstiegs auch komplett unter…

13 Kommentare

  1. I am impressed, too! Vielen Dank fuer den tollen Bericht. Ich bin beeindruckt, wie klein der Rucksack ist. Wie geht es soweit mit der Ausruestung? Wuensche Euch gutes Wanderwetter und weiterhin interessante Begegnungen.

    1. Die Ausrüstung hat bisher fast ausschließlich überzeugt. Wir haben ja auch viel Zeit in zum Heraussuchen reingesteckt 😉
      Wie lange sie hält wird sich dann noch zeigen. Unsere Größte Angst, die Knie oder Füße könnten sich querstellen hat sich zum Glück nicht bestätigt.

  2. Moin aus Köln, ihr Beiden. Was uns auch verbindet: Regen! Dass der sich für euer erstes Unterwegswochenende in Sonnenstrahlen verwandelt und Bob schnell trocknen lassen, wünsche ich euch. Good luck!

    1. Wir haben uns auch gefreut, nach 21 Stunden Flug endlich wieder deutsches Wetter zu haben 😛
      Mittlerweile hat sich auch das Wtter stabilisiert.

  3. Wow, jetzt seid ihr also tatsächlich auf dem Trail! Und das Wetter zeigt, dass die Tour bei aller Vorbereitung ein Abenteuer bleibt, das man nie genau voraussehen und planen kann. Und so soll es ja auch sein.
    Erlebnisreiche Tage und erholsame, trockene Nächte wünsche ich weiterhin!

  4. Wir Zelten heute Abend ganz solidarisch mit. Anton macht eine Zeltübernachtung anlässlich seines Geburtstags. Im März dachten wir, dass im Mai bestimmt schönes Wetter ist….
    So kommt Eure Silikon-Dichtung wenigstens zum Einsatz.

    1. Und sie ist dicht 🙂
      Wir hoffen ihr hattet besseres Wetter als wir. Mittlerweile ist ja auch bei uns kalifornisches Wetter angekommen.

  5. Moin ihr Fleissigen,

    Euer Zelt sieht tauglich aus.
    Regen in der Wüste ist leichter zu ertragen wie Sonne. Man braucht wenig Wasser und alles blüht.
    Gibt nix schöneres wie eine blühende Wüste.
    Wir wünschen Euch einen guten Start, ein dichtes Zelt und viele gute Menschen.
    Kay

  6. Ich wünsche Euch viele gute Begegnungen und ein dichtes Zelt!! Und ich bin sehr beeidruckt, mit wie wenig Ihr unterwegs seid. Danke, dass wir teilhaben dürfen!

  7. Hallo aus Benrath.
    Der Blog ist echt ’ne mega tolle Idee. So kann ich in Gedanken jede Meile mit euch wandern.
    Ganz viel Spaß wünsche ich uns 😉

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.